Seite wählen

Was sind die 3 häufigsten Stolpersteine bei der Einführung eines PDM?

von | Feb 14, 2022 | PDM - Produktdatenmanagement, PLM – Produkt-LifeCycle-Management

Die Einführung eines PDM-Systems bringt Herausforderungen mit sich. Für das Unternehmen, welches das PDM-System einführen möchte, sowie für das Unternehmen, welches dieses einführt. Damit diese Herausforderungen nicht zu Stolpersteinen werden, ist der Vorbereitung eine hohe Aufmerksamkeit zu schenken. Eine gute Vorbereitung ist die beste Voraussetzung ein PDM-System ohne Risiken und unnötigen Verbrauch von Ressourcen einzuführen. Wir zeigen Ihnen die drei wichtigsten Stolpersteine die mit einer PDM-Einführung einher gehen können.

Stolperstein 1: Fehlendes Know-how bei Key-Usern

Die Key-User sind der Schlüssel zum Erfolg, da diese in viele Bereiche eingebunden sind. Key-User müssen nicht nur die Prozesse im eigenen Arbeitsbereich kennen und dabei helfen diese Prozesse im PDM abzubilden, sondern sind auch wichtige Verstärker. Denn die Key-User sind im Optimalfall auch die Ansprechpartner für die anderen Mitarbeiter bei Fragen zur PDM-Software. Wenn nun Key-User nicht die richtigen Skills mitbringen, die technischen Aspekte im Produktdatenmanagement zu erfassen und somit nicht aktiv mithelfen können, das Produktdatenmanagement zu etablieren und zu integrieren, kann sich der Aufwand enorm erhöhen. Vor allem aber besteht die große Gefahr, dass das Produktdatenmanagement nicht die gesamten Prozesse im Unternehmen abbilden kann und somit nicht in allen Bereichen Vorteile mit sich bringt.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass sich Unternehmen bei der Auswahl der Key-User nicht nur Zeit nehmen, sondern auch deren Eigenschaften überprüfen. Und auch hier gilt, dass es ein Produkt, das nur Vorteile hat, alle Bedürfnisse befriedigt und allen Ansprüchen genügt nur in wenigen Unternehmen und Abteilungen geben wird. Ein perfekter Key-User ist technisch versiert, kennt die eigene Abteilung und die eigenen Arbeitsbereiche bestens und ist sozial optimal vernetzt und kann gut erklären. Dies ist selten der Fall. Daher sind es vor allem die technischen Fähigkeiten bei der Arbeit und im Verständnis der PDM-Software, auf welche Sie Wert legen sollten. Denn diese sind für die erfolgreiche Einführung einer solchen Lösung von entscheidender Bedeutung.

Stolperstein 2: Interne Widerstände gegen das Produktdatenmanagement

Häufig ist es so, dass der Einstieg ins Produktdatenmanagement von der Führungsetage eines Unternehmens beschlossen wurde, die einzelnen Abteilungen in diese Entscheidung aber nicht eingebunden wurden. Dies kann dazu führen, dass sowohl einzelne Mitarbeiter als auch einzelne Entscheidungsträger mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sind und diese nicht mittragen wollen. Während einzelne Mitarbeiter hierbei meist ein geringeres Hindernis darstellen, kann es bei Führungskräften bereits problematisch werden, da deren Kompetenzbereich in der Regel deutlich umfassender ist. Lehnen diese die Einführung der PDM-Software ab oder behindern diese sogar aktiv den gesamten Prozess, kann es schnell zu Problemen kommen.

Daher ist es besonders wichtig, die Wichtigkeit des Produktdatenmanagements in der heutigen Zeit zu erklären und zu vermitteln, welche Vorteile durch das PDM zu erwarten sind. Häufig ist es vor allem die Haltung „Das haben wir immer schon so gemacht“, welche für den Widerstand sorgt. Zu vermitteln, wie viel einfacher das PDM die Arbeit macht und wie viel wirtschaftlicher ein Unternehmen mit PDM-Software arbeiten kann, ist die Aufgabe der Führungskräfte und des Unternehmensvorstandes. Hier können externe Mitarbeiter zwar eingebunden werden, doch die Hauptaufgabe liegt im Unternehmen selbst. Durch eine klare und offene Kommunikation kann der Widerstand häufig minimiert werden, was den Stolperstein für die Einführung eines PDM deutlich verringern kann. Denn alle Argumente sprechen für ein Produktdatenmanagement in modernen und zukunftsweisenden Unternehmen.

Stolperstein 3: Fehlende technische Problemlösungsstrategie

Bei der Einführung einer neuen Software in einem Unternehmen kann es immer auch zu technischen Problemen kommen, welche einen Mehraufwand nach sich ziehen. Dies gilt für alle Lösungen und ist nicht für das Produktdatenmanagement spezifisch. Allerdings hängt am PDM ein Rattenschwanz an weiteren Systemen, sodass hier technische Schwierigkeiten schneller einen hohen Mehraufwand bedeuten können. Dies muss von allen Seiten klar kommuniziert werden. So müssen sich Führungsetage und Mitarbeiter darüber im Klaren sein, dass es im Rahmen der Einführung des PDM dazu kommen kann, dass Mehrarbeit anfällt, um technische Probleme aus der Welt zu räumen und gegebenenfalls Workarounds geschaffen werden müssen. Die Bereitschaft zur Mitarbeit in diesen Bereichen ist dementsprechend von entscheidender Bedeutung für den Erfolg. Je klarer dies kommuniziert wird und je besser die Mitarbeiter verstehen, warum diese zusätzlichen Arbeiten notwendig sind, umso größer das Verständnis und umso kleiner häufig die Probleme.

Fazit: Stolpersteine können und müssen bereits im Vorfeld ausgeräumt werden

Egal wie gut die verwendete Software zum Produktdatenmanagement ist, ohne eine gute Vorbereitung kann die Einführung des PDM aller Wahrscheinlichkeit nach länger dauern als veranschlagt. Daher ist es wichtig die Stolpersteine nicht nur frühzeitig zu identifizieren, sondern diese auch schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen. Der Schlüssel dazu liegt nicht nur in der offenen Kommunikation innerhalb des Unternehmens, sondern auch in der klaren Kommunikation mit der verantwortlichen Firma, welche die PDM-Software betreibt und diese im Unternehmen etabliert. Klare und einfache Kommunikationswege und gemeinsame Entscheidungsgrundlagen sorgen dafür, dass sich viele der Stolpersteine schnell aus der Welt schaffen lassen. Unternehmen, welche diese Faktoren berücksichtigen, können das neue Produktdatenmanagement deutlich entspannter in ihr Unternehmen integrieren.